Was tun für die Reputation der Outbound-Telefonie?



Schlüsselaussagen aus dem CallNet.ch-Talk
Peter Peterlechner führte das Podiumsgespräch mit einem Politiker und je einem Vertreter der Call-Center-Dienstleister, der Ausbildner und der Adresslieferanten. Nachstehend die wichtigsten Aussagen in Kürze:

  • Die Volumen steigen stetig an. Immer mehr Branchen entdecken die Outbound-Telefonie als effizientes Marktbearbeitungsinstrument.

  • Die Preise sinken. Dies erhöht den Druck auf die Call-Center-Dienstleister, was sich wiederum direkt auf die Löhne überträgt, denn die Personalkosten machen 60 - 70% der Gesamtkosten eines Call Centers aus. Folglich werden Agenten oft nur pro Abschluss bezahlt oder sie erhalten einen tiefen Basislohn, den sie mit Provisionen aus den Abschlüssen aufbessern können. Dies führt zu Hardselling-Verhalten bei den Agenten, was ein schlechtes Licht auf die Branche wirft.

  • Subjektiv entsteht bei den Zielpersonen schnell das Gefühl, dass sie mit Anrufen überschwemmt werden. In der Schweiz erhalten die Konsumenten jedoch weniger Anrufe als in Deutschland, dies obwohl bei unserem nördlichen Nachbarn im Gegensatz zur Schweiz Kaltanrufe verboten sind.

  • Die UWG-Anpassung (Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) ist Traktandum in der Frühlingssession. Die Restriktion dürfte sich auf automatisierte Outboundcalls beschränken. Diese sind in der Schweiz kaum bedeutend. Weitere gesetzliche Einschränkungen sind im Moment nicht zu erwarten.

  • Nur ein Teil der Telefonate sind so genannte Kaltanrufe, bei denen noch kein Kontakt zwischen Unternehmen und Zielperson besteht. Die Motive für die Telefonkontakte sind vielfältig: Kunden befragen, Kunden zurückgewinnen, X-Selling realisieren u.v.m.

Lösungsansätze diskutiert
Wer keine Werbeanrufe wünscht, lässt einfach ein Sternchen neben seine Adresse in den Directories-Verzeichnissen setzen. Die Idee wäre gut. Nur: Die Sterneinträge sind nicht elektronisch erhältlich und können somit in der Massentelefonie nicht berücksichtigt werden. Deshalb soll die Idee einer Robinsonliste (Liste mit Personen, die keine adressierte Werbung wünschen) für Telemarketing geprüft werden.

Der Ehrenkodex des Schweizer Direktmarketing Verbandes SDV hält Grundsätze für das Telefonmarketing fest. Doch diese entsprechen nicht mehr dem heutigen Stand und bedürfen einer Revision. Der Verband CallNet hat keinen Ehrenkodex für die Outbound-Telefonie.

Gutes Telemarketing löst Sympathie aus
Der Outbound-Kanal ist und bleibt ein interessantes und sehr persönliches Instrument im Marketingmix. Telemarketing ist aber nicht gleich Telemarketing! Ist das Niveau hoch, kann eine Outbound-Kampagne bei den Zielpersonen einen sehr positiven Impact erzielen und Sympathie auslösen. Entscheidend ist, dass Konzept, Zielgruppe, Angebot und Schulung der Agenten stimmen. Doch leider gibt es auch viele Telemarketingaktionen, die der Branchenreputation schaden.

Grundsätze der RBC Call-Center-Services
Unser Augenmerk legen wir auf die Qualität der Gespräche. Denn wir sind für unsere Kunden an der Front, führen die Dialoge in deren Namen. Die Gesprächsqualität hat zudem insbesondere bei grossen Volumina einen Impact auf das Image des Unternehmens. Um auch bei einer Grösse von 120 Outbound-Plätzen eine konstant hohe Qualität zu sichern und nachhaltigen Erfolg für alle Beteiligten zu erzielen, leiten folgende Grundsätze unser Tun:

  • Nur gut zu telefonieren, genügt nicht. Auch das Datamanagement muss stimmen, damit die Agenten die richtigen Personen zum optimalen Zeitpunkt mit dem passenden Angebot kontaktieren.

  • Gute Fixlöhne und somit keine Provisionierung auf Abschlüsse sowie eine umfassende Einführung und Schulung sind für uns selbstverständlich. Dies führt erfahrungsgemäss zu besseren Quoten, weniger Stornos und Reklamationen und folglich zu besseren Cost-per-Order-Werten für unsere Kunden.

  • Mit systematischen Kontrollen sichern wir die Qualität: Monitoring (Mithören) von Gesprächen, Ausführen von Mistery-Calls (Testanrufe), Online-Überwachen der Resultate pro Agent.

  • Wir führen nur Aufträge aus, hinter denen wir stehen können.

  • Wir arbeiten mit Progressive Dialing. Das bedeutet, dass der Agent sich am Telefonie-System anmeldet und sich auf den Status „Bereit“ setzt. Jetzt beginnt das Telefon-System zu wählen. Im Vergleich dazu gibt es das Wählverfahren Predictive Dialing. Predictive Dialing bedeutet vorausschauendes Wählen. Dieses beginnt zu wählen, bevor es über „freie“ Agenten verfügt. Natürlich hilft dieses Methode die Produktivität einer Telefonstunde zu steigern, birgt aber das Risiko, dass ein Angerufener einen Anruf erhält, ohne einen Gesprächspartner am anderen Ende zu haben. Dies kann zu grosser Verunsicherung führen, darum setzen wir dieses Wählverfahren nur in Ausnahmefällen und in Absprache mit dem Kunden ein.

  • Wir halten uns an den Ehrenkodex des SDV, exklusive Kaltanrufe, die heute Usanz sind.

Aktiv für einen guten Ruf
Auf eine gute Branchenreputation legen wir grossen Wert. Denn der Outbound-Kanal ist sowohl für Call-Center-Dienstleister wie auch für werbende Unternehmen zu wichtig, um dessen Wirksamkeit durch unprofessionelle Aktionen aufs Spiel zu setzen. Deshalb bringen wir unsere Anliegen im Verband ein und setzen uns aktiv dafür ein, dass auch andere Anbieter unseren Grundsätzen folgen.

Ist gutes Telemarketing auch etwas für Ihr Unternehmen? Ihr direkter Draht zu mehr Erfolg: 044 925 36 36.

>> Ehrenkodex SDV (pdf 1.3 MB)

Die TM Grundsätze finden sie unter Punkt 6.