Wenn Markenartikler mit Konsumenten kommunizieren


Was früher den Versandhändlern vorbehalten war, nutzen heute zunehmend auch Markenartikler: Den direkten Draht zum Konsumenten. Viele Hersteller tun sich aber schwer damit, die Kundenbeziehungen zu managen und die gewonnenen Daten richtig zu nutzen. Sie setzen deshalb auf spezialisierte Outsourcing-Partner.

Bisher kannten Markenartikler ihre Kunden kaum. Denn die Spuren, welche die Konsumenten im Verkaufsgeschäft hinterlassen, erhalten die Hersteller höchstens anonymisiert. Die Zeiten, in denen die Retailer für bestimmte Markenartikel Kleber herauszählen, für volle Karten Geld auszahlen oder dem Hersteller Kundenadressen aushändigen, sind endgültig passé. Vielen bleibt so ausschliesslich der direkte Weg zum Kunden. Und dieser liegt bei den Markenartiklern im Trend.
Doch die Kontaktpflege mit Tausenden von Endkunden ist aufwändig. Es gilt, die unzähligen Reaktionen zu erfassen, Prämien zu verschicken und neue Dialogschritte einzuleiten. Wer den Rücklauf nicht bearbeitet und somit eine Einwegkommunikation betreibt, vergibt wertvolle Chancen.
  

Nachhaltiger Wettbewerbsvorteil
An Endkunden gerichtete Promotionen sind äusserst wirksam: Sobald eine Aktion im Handel distribuiert wird, zieht die Umsatzkurve an. Neue Kunden werden angesprochen, die Kauffrequenzen bestehender Kunden erhöht und treue Kunden belohnt. Doch Aktionen, welche einen Dialog mit den Konsumenten initiieren, sind weit mehr als kurzfristige Absatzbeschleuniger. Richtig eingesetzt, lässt sich damit ein nachhaltiger Wettbewerbsvorteil erzielen. Denn mit den gewonnenen Daten schafft der Hersteller eine wertvolle Basis für zukünftige Marktbearbeitungsmassnahmen. Er kennt seine Kunden besser und kann seine Werbung – klassische Massnahmen wie auch Dialogaktivitäten – genauer auf seine Zielgruppe ausrichten. Zudem kann er die Beziehungen zu seinen Kunden nachhaltig pflegen, indem er sie über Neuheiten, Nutzungs- oder Anwendungsmöglichkeiten und saisonale Angebote informiert oder sie zu besonderen Ereignissen wie Messen oder Kundenevents einlädt.

Adressdaten bieten immense Chancen
In den Kundenadressen liegen für den Hersteller jedoch noch weitere Chancen. Sind auch Produktvorlieben hinterlegt, besitzt er wertvolles Rohmaterial für Data Mining. Mit Online-Tools wie AdressenPlus.ch respektive Directories-Update oder via Adressspezialisten kann der Hersteller seine Adressdaten mit Zusatzmerkmalen wie Geburtsdatum, Bildungsstand, Wohnsituation und vielem mehr anreichern. Auf diese Weise ist es möglich, ein Kundenprofil zu erstellen, das um einiges präziser ist als die Informationen aus klassischen Markt- und Konsumforschungen – und dies, ohne den Kunden mit der Abfrage dieser Daten belästigen zu müssen. Durch detaillierte Analysen der Daten lassen sich nun die Ausschöpfung rentabler Kunden erhöhen und verbleibende Marktpotenziale erschliessen. Der Hersteller kann seinen Kunden bedürfnisorientierte Angebote unterbreiten und potenzielle Kunden direkt ansprechen. Ein Tiernahrungshersteller nutzt beispielsweise seine Adressen, um den Katzenfutter-Käufern per Mailing mit beigelegten Futtermustern Komplementärprodukte vorzustellen. Bei einer anderen Aktion unterbreitete das Unternehmen ausgewählten Kunden ein besonderes Angebot: Wer 75 Kaufnachweise (POP – Proof of Purchase) einschickte, erhielt eine Perlenkette geschenkt.

Ein langfristig nutzbringender und kundenorientierter Dialog mit dem Kunden setzt jedoch ein strategisches Beziehungsmanagement voraus, das auf dem vorhandenen Wissen aufbaut und langfristige Ziele verfolgt.

Mögliche Wege zum Kunden
Ins Gespräch mit bestehenden und zukünftigen Kunden kommen die Markenartikler mittels Promotionen (Onpack-Aktionen mit Punkten oder Strichcodes zum Sammeln, Cashback-Aktionen, Gewinnspiele u.a.m.) oder mit Direktmarketing-Massnahmen (zum Beispiel Angebote für Gratismuster auf Inseraten – zu bestellen per SMS, Angebote im Web, Flyers mit Coupons usw.). Ist ein erster Kundenstamm aufgebaut, setzen viele Anbieter auf adressierte Mailings, Telemarketing oder auf E-Mail-Kampagnen. Ferrero zum Beispiel verschickt seinen Kunden im Rahmen der Wünsch-dir-was-Aktion einen Prämienkatalog und animiert sie durch das Sammeln der Punkte auf den Verpackungen zum Kauf von Kinderschokolade. Andere rufen Kundenclubs ins Leben und erreichen mit speziellen Mitgliederangeboten eine hohe Identifikation mit der Marke.

Trotz der verstärkten Dialogmassnahmen der Markenartikler ist die klassische Werbung nicht wegzudenken. Hohe Image-Werte und eine grosse Bekanntheit der Marken sind der Werbung via Fernsehen, Radio, Anzeigen und im Internet zu verdanken. Promotionen und Dialogkampagnen spielen in der Kommunikation dieser Marken jedoch eine zunehmend wichtige Rolle: Sie stützen das Image, festigen die Markenwerte, erhöhen die Loyalität und kurbeln den Absatz zusätzlich an.

Herausforderung Prämien
Eine Promotion, die sich auf das Sammeln von Kundendaten ausrichtet, verlangt immer einen Kaufnachweis. Erbracht ist dieser bei Cash-Back-Aktionen, wie sie Nikon seit längerer Zeit erfolgreich durchführt der bei Treue- und Sammelaktionen, wo der Kauf Voraussetzung für den Erhalt der Prämie ist. Die grossen Herausforderungen solcher Aktionen liegen in der Wahl der Prämien, in deren Beschaffung in der richtigen Menge und in der Logistik. Insbesondere die Menge lässt sich schwierig vorhersagen. Sind die Prämien nicht (mehr) verfügbar, verärgert ein Markenartikler seine treusten Kunden.

Prädestiniert für Outsourcing
Das Führen von CRM-Datenbanken und der professionelle Umgang mit Kundendaten gehören selten zu den Kernkompetenzen von Markenartiklern. Da viele erst damit beginnen, den Kontakt zu ihren Kunden aufzubauen, sind diese Aufgaben dazu prädestiniert, um einem kompetenten Partner anvertraut zu werden. Cash-Handling beispielsweise braucht sehr spezifisches Know-how, welches beim Hersteller selten vorhanden ist. Nikon hat das gesamte Handling seiner Cash-Back-Aktion ausgelagert, einerseits weil dem Unternehmen intern die Ressourcen fehlten und andererseits, weil es einen reibungslosen und effizienten Ablauf sicherstellen wollte.

Idealerweise wird die Rücklaufverarbeitung aller Response-Kanäle zentral ausgelagert. Denn so können die Informationen aus den Dialogen in einer Promotionsdatenbank historisiert werden; aufwändige Schnittstellenkoordinationen entfallen. Diesen Vorteil nutzt auch Ferrero. rbc übernimmt das gesamte Handling seiner Promotionen – vom Kontrollieren der Sammelkarten bis zum Erstellen von Statistiken.

Das Leistungsangebot von spezialisierten Anbietern ist breit:

Sie betreuen nebst schriftlichen und elektronischen Kanälen auch telefonische Promotionslinien, erfassen und verifizieren die Daten, versenden Waren mit und ohne Rechnungen und übernehmen den Zahlungsverkehr. Einige sind zudem auf Adressmanagement spezialisiert und unterstützen ihre Kunden bei der Auswahl und Beschaffung von Adressen sowie bei der Datenanalyse. Mittels detaillierten Reporten werden die Auftraggeber regelmässig über den Verlauf ihrer Promotion informiert und haben via Web Frontend jederzeit Einsicht in die Datenbank.
Entscheidend ist, dass der Outsourcing-Partner gewährleistet, dass jeder Kontakt zum Kunden professionell erfolgt und das Versprechen (Cash oder Prämie) sofort eingelöst wird. So lässt sich eine hohe Kundenzufriedenheit sicherstellen und gleichzeitig die Identifikation mit der Marke steigern.

Promofieber an der EURO 08
Die EURO 08 wird im Handel omnipräsent sein. Denn wer auch nur einen Krümel des riesigen Euro-Kuchens erhaschen und sich im erwarteten starken Kommunikationswettbewerb behaupten will, muss auffallen. Die deutschen Hersteller taten dies während der WM 2006 vor allem mit WM-Produkten und -Verpackungen. Laut der Studie «Fit für die EURO 2008» des Schweizerischen Marketing-Forums setzten 43,6% der befragten Top-Entscheider aus der Industrie auf diese Kommunikationsart. 16,4% statteten ihre Produkte mit Fanartikeln aus und 12,7% lancierten Treue- und Sammelaktionen. Ein Megaevent wie die EURO lebt von Emotionen. Fan-Artikel – ob auf den Produkten als GWP (gift with purchase) oder als Prämie bei Sammelaktionen – stossen deshalb auf grosses Interesse. Während der WM zum Beispiel waren Fan-Wimpel fürs Auto der grosse Renner. In der Schweiz können sich 75% der befragten Schweizer Entscheider aus Industrie und Handel vorstellen, während der EURO POS-Promotionen (Point of Sales) einzusetzen. Dies lässt einen gnadenlosen Verdrängungskampf am POS vermuten. Ferrero beispielsweise hat bereits eine erste EURO-Promotion lanciert: Per SMS oder Internet können Kunden den Code auf der Verpackung der Kinderschokolade einsenden und dabei je zwei Tickets für ein Spiel der EURO 08 gewinnen.

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- Auf der Website der rbc Solutions AG (Rubrik Best Practise) finden Sie weitere Fachartikel zum Thema, ein Interview über eine Cash-Back-Aktion von Nikon mit dem CRM-Verantwortlichen in der Rubrik What's up? sowie das Factsheet Response-Handling und Datenpflege bei Promotionen .
- Die Studie "Fit für die EURO 2008" des Schweizerischen Marketing-Forums umfasst 280 Seiten und kostet CHF 850.-. Bezugsquelle: www.marketing-forum.ch.